Blutegeltherapie

Da die Blutegeltherapie (Hirudotherapie) sehr starke entzündungs-hemmende und entgiftende Wirkung besitzt, zählt sie zu den ausleitenden Verfahren. Ihre staulösende und vor allem schmerzlindernde Wirkung macht sie vielfältig einsetzbar und unerlässlich.
Dennoch ist die Hirudobehandlung deutlich mehr, als nur ein ausleitendes Verfahren.

Hintergrund

Der erste schriftliche Überlieferung einer Blutegelbehandlung stammt aus der altägyptischen Zeit um 1550 vor Christus. Bis heute, also über 3500 Jahre, finden sich in allen Kulturen immer wieder Überlieferungen dieser Behandlung und ihrer Effektivität.

Der Egel

Der Egel ist ein Tier, das bei vielen Menschen eine gewisse Skepsis und vielleicht sogar Ekel hervorruft. Das ist normal, weil man es nicht kennt und die Fantasie viele Bilder schafft, die häufig falsch sind.
Der Hirudo medicinalis ist eines der sensibelsten Tiere unserer Natur.
Er betäubt die Wunde des Wirts, um ihn zu schonen. Er nimmt nur soviel Blut, wie er braucht und die Bisswunde ist winzig klein.
Tatsächlich sind diese Tiere so sensibel, dass sie nicht beißen wenn ein Gewitter droht, der Wirt starke Gerüche wie Zigarettenrauch, Knoblauch und ähnliches an sich hat.

Wirkungsweise

Der Biss eines Egels funktioniert ähnlich wie ein Mückenstich, nur das die Wirkung deutlich komplexer und schmerzfrei ist. Die Bisstiefe beträgt ca. 1,5 mm.
Nach dem Biss gibt der Egel Stoffe an den Wirt ab, die ihm das Saugen des Blutes ermöglichen.
Diese Stoffe lösen beim Wirt vielfältige Heilungseffekte aus und werden biologisch aktive Substanzen (BAS) genannt, welche sich unterteilen lassen in:

  • Vasoaktiv (Blutgefäßbeinflussend)
  • Lysierend (Erhöht die Durchlässigkeit der Haut und Zellenmatrix)
  • Gerinungshemmend
  • Immunmodulierend (Anitmikrobiell)
  • Entzündungshemmend

Der Egel verteilt diese Substanzen im Gewebe um Blut saugen zu können. Durch die Dauer und Verteilung des Speichels erreicht man tiefe Areale und Gelenke im Körper, an die mit einer Spritze nicht zu denken wäre. Vor allem schafft es das Tier schmerzfrei.
Nach dem Egelbiss kommt es zu einer Nachblutung, die 12-24 anhält. Hierbei wird Blut und Lymphflüssigkeit verloren, was aber gewollt ist, denn so verlängert sich der Effekt des saugenden Egels.
Durch diesen "Aderlass-Effekt" und Aktivierung des Lymphsystems spült der Organismus entsorgungspflichtige Stoffe (Gifte, Zelltrümmer, Ablagerungen, usw.) aus dem Körper und kann in gewissem Maße entgiften, während die Egelsubstanzen weiterhin wirken, bis der Körper sie abgebaut hat.

Wirkung:

  • Entgiftend
  • Entstauend (Lymphstau, usw.)
  • Entzündungshemmend
  • Schmerzlindernd
  • Abschwellend
  • Durchblutungsfördernd

Einsatzgebiete

Aufgrund der komplexen Wirkung, ergeben sich folgende Behandlungsbereiche:

  • Arthritis und Arthrose
  • Prellungen, Zerrungen, Blutergüsse, Gelenksschwellungen
  • Krampfadern, Besenreiser, Unterschenkelgeschwüre
  • Sehnen- und Sehnenscheidenentzündung
  • Tinnitus, Mittelohrentzündungen
  • Wirbelsäulen-, Kreuzbeinsyndrom
  • Gicht
  • Fibromyalgie
  • Rheuma
  • Postoperative Komplikationen
  • akuten und chronischen Gelenksschmerzen
  • Thrombosen
  • Venöse Insuffizienz
  • Mandelentzündung
  • Lymphstau
  • Polyglobulie / Polycythemia vera
  • Gürtelrose
  • Kardiologie, Angina pectoris, Zustand nach Herzinfarkt, koronare Herzkrankheiten
  • Bluthochdruck, Arterielle Hypertonie

Sollte Ihr Krankheitsbild nicht aufgezählt sein, fragen Sie uns bitte danach.
Es ist unmöglich die gesamte Bandbreite hier auf zu zählen.

Kontraindikationen

Grundsätzlich sollte eine Blutegelbehandlung nicht angewendet werden bei:

  • Schwangerschaft
  • Menstruation (zu viel Blutverlust über langen Zeitraum)
  • Grippalen Infekten
  • Allergikern, die schon einen Schock erlitten haben
  • Blutgerinnungsstöhrungen
  • Anämien
  • Erosive Gastritis (Magenschleimhautentzündung)
  • Magengeschwür
  • Organtransplantaten
  • Immunsuppression oder Immunschwäche
  • Bösartige Tumore

Ablauf

Nach sorgfältiger Anamnese und Planung, bekommt der Patient einen Termin für den ca. 90 min. - 120 min. eingeplant werden müssen.
Aufgrund der langen Nachblutung wird der Patient entsprechend versorgt und muss am darauf folgenden Tag zur Nachsorge und Kontrolle, noch ein mal in der Praxis erscheinen.

Bitte beachten Sie, dass die Tiere 2-3 Tage vor der Behandlung bestellt werden müssen, damit sie entsprechend ruhen können und die Behandlung für Patient und Tier, stressfrei ablaufen kann.

Natürlich werden sie ausführlich aufgeklärt und sollten sie vorab Fragen haben, wenden Sie sich ruhig an unser Praxisteam.

„Gesundheit
gedeiht mit
der Freude
am Leben.“
Thomas von Aquin