Ausleitung

Therapiemethoden, die ausleitend wirken, werden oft auch als Aschner- Verfahren bezeichnet. Bernhard Aschner (1883-1960) war Arzt und Universitätsdozent in Wien und Halle. Während des Nationalsozialismus emigrierte er in die USA. Er hat alte Verfahren aufgrund medizinhistorischer Recherche und therapeutischer Anwendung wieder der Naturheilkunde zugänglich gemacht.

Jeder Körper mit seinen Organen besteht aus einzelnen Zellen. Diese sind miteinander verbunden. Zwischen diesen Zellen befindet sich Flüssigkeit, auch extrazelluläre Flüssigkeit genannt. Die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen und auch die Entsorgung der Zellen von „Zellmüll“ (Stoffwechselprodukte, Kohlendioxid,…) passiert über diese extrazelluläre Flüssigkeit.

Alle Organe, somit auch ihre Zellen, sind untereinander durch Bindegewebe abgegrenzt. Der „Ablageplatz“ für die Stoffwechselprodukte der einzelnen Zellen ist somit das Bindegewebe. Es wird von hier über die Blut- und Lymphgefäße abtransportiert und dann über die Nieren und Darm als Bestandteil im Urin und Stuhl ausgeschieden.

Funktioniert der Abtransport über diese Wege nicht, kommt es zuerst zur Zwischenspeicherung im Bindegewebe. Ursachen für chronische Erkrankungen liegen also häufig in der unvollständigen Regulation im Milieu des Bindegewebes. Diese Veränderungen haben zum einen Teil Auswirkungen auf die Zellen in diesem Bereich, die weniger gut versorgt und entsorgt werden können. Zum anderen haben sie Auswirkungen auf das Nervensystem, da sich hier auch viele Nervenendigungen befinden, die auf eine Veränderung des ph- Wertes in ihrer Umgebung mit Signalen an das zentrale Nervensystem reagieren. Der Abtransport des „Zellmülls“ erfolgt über das Blut- und Lymphsystems. Aufgrund der Blutzusammensetzung kann immer nur ein bestimmter Anteil entsorgt werden. Fällt also mehr an, als entsorgt werden kann, kommt es zu einem Rückstau und damit zu einer Einlagerung im Bindegewebe.

Verschieden therapeutische Maßnahmen setzen genau hier an und verbessern die Stoffwechselaktivität im Bindegewebe durch Steigerung der Durchblutung und des Lymphabtransportes. Damit können auch die Zellen selbst wieder besser mit Nährstoffen versorgt werden und ihre Stoffwechselprodukte besser entsorgen.

Der Frühling ist in unserem Jahreslauf die beste Zeit zur Ausleitung. Jetzt erwacht die Natur wieder aus ihrem Winterschlaf und erneuert sich. Ebenso ist es mit den Lebensmitteln, die jetzt wachsen und demnächst erntereif sind – Rhabarber und Spargel sind klassische Lebensmittel, die ausleitend wirken.

Natürlich können sie auch bei uns in der Praxis weitere Informationen zu Ausleitungsverfahren bekommen.

„Gesundheit
gedeiht mit
der Freude
am Leben.“
Thomas von Aquin